Interessengemeinschaft Blutschwitzer

Willkommen auf der Homepage der Interessengemeinschaft Blutschwitzer

 

Hintergrund
Vor ca. drei Jahren trat in Deutschland ein neues Krankheitsbild bei Kälbern mit dem Namen Bovine Neonatale Panzytopenie (BNP) auf. Die Erkrankung – hämorrhagische Diathese (HD) – tritt überwiegend bei Kälbern im Alter von bis zu drei Wochen nach der Aufnahme des Kolostrums von der Mutter auf. Charakteristische klinische Merkmale sind innere Blutungen, Schleimhautblutungen, Teerstuhl und Hautblutungen ohne offensichtliche Verletzungen, sowie Blutungen aus Wunden oder Körperöffnungen („Blutschwitzen“). Die Zahl der erkrankten Tiere stieg allein in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren auf weit mehr als 1600 bekannt gewordene Fälle. Die Dunkelziffer scheint allerdings wesentlich höher zu sein, da viele Kälber, die nicht nach außen bluten, nicht als Bluter-Kälber erkannt werden und nicht jeder auftretende Fall gemeldet wird.

Gemäß den vorliegenden Meldungen tritt die Erkrankung deutlich häufiger in Betrieben auf, die in der Vergangenheit Impfungen mit dem Impfstoff Preg Sure BVD der Firma Pfizer GmbH durchgeführt haben. In der Wissenschaft wird – unter anderem – ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und diesem BVD-Impfstoff gesehen.

Obwohl die Pfizer GmbH bislang in mehreren „Stellungnahmen zur allgemeinen Verwendung“ (siehe Veröffentlichung auf dieser Homepage) darauf abgestellt hat, dass es keinen belegbaren Beweis für einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem BVD-Impfstoff gebe, hat sich die Pfizer GmbH dazu entschieden, den Verkauf des BDV-Impfstoffs ab dem 07.04.2010 in Deutschland vorerst auszusetzen.

Mitte Juli 2010 hat die europäische Arzneimittelagentur -basierend auf den vorliegenden Daten- der Firma Pfizer Tiergesundheit GmbH vorübergehend eine Vermarktung von Preg Sure BVD europaweit untersagt.

Weiterhin tauchen nahezu täglich neue Fälle von verendenden Blutschwitzer-Kälbern auf.

Viele Betriebe haben bereits mehrere erkrankte bzw. verendete Kälber zu vermelden. So ist es nicht verwunderlich, dass daraus hohe Schadenssummen resultieren. Jedoch kann auch ein einzelner Fall für einen landwirtschaftlichen Betrieb einen erheblichen Schaden bedeuten. Dies gilt insbesondere dann, wenn man neben dem reinen Wert des verlorenen Kalbs die mit der Diagnostik und der Behandlung der Erkrankung einhergehenden Tierarztkosten u. ä. einbezieht.

Nach den vorliegenden Informationen ist bislang bundesweit nicht ein einziger betroffener Landwirt bekannt, dessen Schaden durch die Firma Pfizer Tiergesundheit entschädigt wurde.

Nun haben mehrere betroffene Landwirte diese Interessengemeinschaft ins Leben gerufen.

Ziele der Interessengemeinschaft

 
  • Bundesweite Vereinigung betroffener Landwirte
  • Informationssammlung und Bündelung von Interessen
  • Systematische Erfassung individueller Fälle inklusive betriebsspezifischer Schadensberechnung
  • Stärkung von Verhandlungspositionen
  • Einheitliche und strukturierte anwaltliche Geltendmachung und Durchsetzung von individuellen Schadensersatzansprüchen zu Gunsten der Mitglieder der Interessengemeinschaft
  • Bündelung der juristischen Interessenvertretung durch die Kanzlei mönigundpartner rechtsanwälte